2019 Ferienpass Hegering 2 Schüttorf Drucken
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Montag, den 22. Juli 2019 um 20:26 Uhr

Für 40 Kinder ging es in Samern „Auf die Pirsch mit den Jägern“.

 

In fünf Teams lernten sie einiges über die Arbeit von Jägern und Imker, Folgen von Umweltverschmutzung in der Natur und die erstaunlichen Fähigkeiten so mancher Tiere.

 

Hinter der Gaststätte Venhaus in Samern tummeln sich an diesem Nachmittag in den Sommerferien etwa 40 Kinder, rund ein Dutzend Männer und Frauen in Jägerkleidung und einige Hunde an Leinen.

 

Ein Jagdhornsignal erklingt – und los geht die Ferienpass-Aktion „Auf der Pirsch mit den Jägern“.

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Die Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und zehn Jahren wissen zum Teil schon, was als Nächstes kommt, denn einige von ihnen sind bereits zum zweiten oder dritten Mal dabei: Sie werden in fünf Teams eingeteilt, jedes mit einem Buchstaben des Wortes „Natur“ versehen.

Die Kindergruppen folgen ihrem jeweiligen erwachsenen Leiter zu von Treckern gezogenen Planwagen. Eine Viertelstunde dauert die Fahrt, dann haben alle das Ziel des Nachmittags erreicht: das „Baggerloch“.

„Seit über zehn Jahren bieten wir schon den Erlebnisnachmittag mit den Jägern an“, berichtet Klaus Neesen vom Organisationsteam des Hegerings II der Jägerschaft Grafschaft Bentheim.

Jedes Jahr sind die vorhandenen Plätze sehr schnell belegt. „Wegen des Eichenprozessionsspinners konnten wir diesmal nicht in ein Waldgebiet gehen“, erklärt Neesen die Wahl für den neuen Ort. „Zum Schutz der Kinder haben wir eine Stelle ausgesucht, die möglichst frei von Baumbestand ist.“

Der erfahrene Jäger ist mit dem eigenen Wagen vorausgefahren, um vor Ort eine der fünf Stationen zu besetzen, an denen die Kinder im Laufe der nächsten zwei Stunden etwas über die Tiere und Pflanzen im heimischen Wald erfahren können.

Bevor die Kinder in ihren Gruppen im Uhrzeigersinn jeweils 20 Minuten an den jeweiligen Stationen verbringen, zeigen ihnen die Jäger erst einmal, welche Aufgaben ihre Hunde übernehmen, wenn sie unterwegs sind. Mit staunenden Augen beobachten sie, wie die Tiere aufgeregt ins Wasser des Sees springen, um Trainingsbeuten – zum Beispiel in Form einer Holzente – zurück ans Ufer zu bringen.

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Erneut erklingt das Jagdhornsignal, das den Wechsel zur nächsten Station anzeigt, und die Kinder verteilen sich auf die verschiedenen Stände.

Treffen mit einem Hobbyimker Mit dabei ist auch Ludger Sundag, Lehrer an der Oberschule Deegfeld in Nordhorn. Er wohnt in Samern, ist Hobbyimker und hat einige der nützlichen Insekten mitgebracht. An seinem Stand lernen die Kinder, mit welchen Werkzeugen und welcher Schutzkleidung ein Imker arbeitet, warum Bienen sich durch Rauch beruhigen lassen und wie sie Waben bauen. Zum Schluss gibt es für jeden, der möchte, noch einen Löffel Honig zum Probieren.

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Weiter geht es zur Station zwei: Hier können die kleinen Naturforscher etwas darüber erfahren, wie die Umweltverschmutzung den Tieren zu schaffen macht. Eine ausgestopfte Gans steckt mit dem Hals in einer Konservenbüchse fest, ein präpariertes Wildschwein bekommt seinen Rüssel nicht mehr aus einem Becher. „Darum nehmt Müll immer wieder mit nach Hause, wenn ihr unterwegs seid“, mahnt der Standbetreuer.

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An der dritten Station entdecken die Kinder verschiedene Pflanzen, probieren Kamillentee und pflanzen selbst Mohnblumensamen in die Erde ein. Als vierter Punkt steht das Infomobil „Lernort Natur“ auf dem Programm. Der große Schau-Anhänger ist mit vielen ausgestopften Tieren bestückt. Die Kinder bekommen die Unterschiede zwischen Stein- und Baummarder erklärt und können verschiedene Tag- und Nachtgreifvögel aus der Nähe betrachten.

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Dann wird es sportlich: Jeder, der möchte, kann sich im Weitspringen ausprobieren und schauen, ob er weiter als eine Heuschrecke, ein Fuchs oder ein Hase springen kann. Staunend erkennen die Kinder, dass ihnen bei der Sprungkraft viele Tiere haushoch überlegen sind.

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Am letzten Stand treffen die Kleinen auch Klaus Neesen wieder. Er erklärt ihnen anhand von verschiedenen Geweihen, zu welchem Wildtier sie gehören. Dann dürfen sie auf einen Hochstand klettern und mit dem Fernglas ausgestopfte Tiere entdecken, die das Organisationsteam in einem angrenzenden Stoppelfeld versteckt haben.

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Zwei Stunden spannende Naturkunde später geht es mit dem Planwagen zurück zum Ausgangspunkt. Als Belohnung für das aufmerksame Zuhören und Mitmachen gibt es für jedes Kind noch einen Hotdog im Brötchen.

Ludger Sundag ist zufrieden mit dem Verlauf der Ferienpass-Aktion. „Wir möchten Kindern, die in einer eher städtischen Umgebung aufwachsen, mit diesem Nachmittag einen Eindruck vermitteln, wie spannend die Natur sein kann.“ Die langen Wartelisten für die „Pirsch“ mit den Jägern zeigen, dass das Interesse daran in jeden Fall groß ist.

 

Text und Bild von SASCHA VENNEMANN

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. August 2019 um 16:46 Uhr
 

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