Für Pendler zwischen Lohne und Lingen ist es seit langer Zeit ein altbewährter Anblick: Das Landschaftsbild ist durch die Umsetzung der Energieprojekte und der damit verbundenen Verlegungen der Erdkabel und Höchstspannungsfreileitungen stark gekennzeichnet. Eine Initiative aus der örtlichen Jägerschaft „Eschjagd“, dem Imkerverein und Heimatverein Lohne will der Natur wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zurückgeben und entwickelte in den vergangenen Monaten das Biotop „Eschjagd“.
„Diese Maßnahme dient der Förderung der Artenvielfalt und lässt gleichzeitig am Wanderweg ‚Cooper- und Finnenbahn‘ einen Ort der Naherholung für die Bevölkerung entstehen“, freut sich Jäger Ingo Schröder. Finanzielle Unterstützung für das Umweltprojekt erhalten die Initiatoren von der Grafschafter Sparkassenstiftung, die 7100 Euro zur Verfügung stellt. „Das Biotop ist ein Paradebeispiel für ein gemeinsames ehrenamtliches Projekt zum Umwelt- und Naturschutz. Es ist frei zugänglich und kann auch von örtlichen Kindergärten und Schulen zur Umweltbildung genutzt werden“, verdeutlicht Jens Knippen, Vorstandsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung.
In vielen Gemeinschaftsaktionen der Jägerschaft, dem Heimatverein und Imkerverein sind auf einer Fläche von etwa 6000 Quadratmetern, die von der Familie Heinz van Lengerich aus Lohne (besser bekannt als Lohner Landbäcker) zur Verfügung gestellt wurde, 1600 insektenfreundliche Gehölze und Bäume gepflanzt und ein Wildacker angelegt worden. Ein besonderer Bestandteil des Biotops wird eine Streuobstwiese sein. Damit werden vielfältige Lebensräume geschaffen, die den Tieren Nahrung, Rückzugsorte und Brutplätze bieten und gleichzeitig als naturnahes Netzwerk dienen, dass sowohl den Tieren als auch den Menschen zugutekommt. Denn: Besonderes Augenmerk liegt auf der öffentlichen Zugänglichkeit des Projektes. Das Biotop soll für Bürger frei zugänglich sein uns als Lern- und Erlebnisort für Naturinteressierte aller Altersgruppen dienen. „Die Wege werden weitgehend barrierearm angelegt, sodass möglichst viele Menschen die Natur erleben können. Sensible Bereiche für Bodenbrüter bleiben bewusst unzugänglich, um das Brut-Geschehen nicht zu beeinträchtigen“, verdeutlicht Jäger Gerd Altendeitering.
Dank seiner günstigen Lage in unmittelbarer Nähe zu Schulen und Kindertagesstätten bietet das Biotop ideale Voraussetzungen für die Umweltbildung. Schul- und Kindergartengruppen können das Gelände künftig sicher und bequem zu Fuß erreichen. Geplant sind noch spezielle Sitzgelegenheiten und Beobachtungspunkte, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, Tiere und Pflanzen aus nächster Nähe kennenzulernen und ökologische Zusammenhänge zu verstehen. Doch nicht nur das: Für alle Bürger wird es die Möglichkeit geben, durch die Pflanzung eines Obstbaumes auf der Streuobstwiese ein persönliches Denkmal zu setzen. „So entsteht eine lebendige Verbindung zwischen Natur, Gemeinschaft und den Geschichten der Menschen vor Ort. Wir schaffen einen besonderen Begegnungsort für Generationen“, ist sich Elfriede Groth vom Heimatverein Lohne sicher.

Foto: Grafschafter Sparkassenstiftung




