Aktiver Arten- und Naturschutz hat bei der Jägerschaft Nordhorn seit vielen Jahren einen festen Platz. Am vergangenen Wochenende waren die Mitglieder vom Hegering III erneut im Einsatz, um die wertvolle Wacholderheidefläche „Rolinks Tannen“ im Süden von Nordhorn zu pflegen und dauerhaft zu erhalten.
Wacholderheiden zählen heute zu den selten gewordenen Lebensräumen in der Region. Über Jahrhunderte hinweg sind sie vor allem durch die Beweidung mit Schafen entstanden. Diese traditionelle Form der Bewirtschaftung verhinderte die Ausbreitung von Bäumen und Sträuchern und schuf einen einzigartigen, artenreichen Lebensraum. Mit dem Rückgang der weit verbreiteten Schafhaltung verschwanden jedoch große Teile dieser besonderen Kulturlandschaft.
Fest steht: Nur durch kontinuierliche, aktive Naturschutzarbeit kann dieses Gelände überhaupt erhalten werden. Ohne regelmäßige Pflege würden die verbliebenen Restflächen innerhalb weniger Jahre verwalden. Vor allem Kiefern, Birken und anderer Aufwuchs nehmen den lichtliebenden Wacholderpflanzen das notwendige Sonnenlicht. Wird der Wacholder verschattet, leidet er stark und stirbt schließlich ab. In den umliegenden Wäldern sind bereits sämtliche Wacholderbestände abgestorben – ein deutlicher Beleg dafür, wie schnell dieser besondere Lebensraum ohne Pflege verloren geht. Umso bedeutender ist der Erhalt der Heidefläche „Rolinks Tannen“, die heute eine echte Besonderheit in der Region darstellt.
Um diesen wertvollen Lebensraum zu bewahren, griffen die Jägerinnen und Jäger vom Hegering III Nordhorn auch zu Motorsägen und weiterem Gerät. Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen mag – das Entfernen von Birken und Kiefern im Namen des Naturschutzes – dient einem klaren Ziel: dem langfristigen Erhalt der offenen Heide- und Wacholderlandschaft.
Die Pflege erfolgt auch in enger Abstimmung mit dem Tierpark Nordhorn, der auf der Fläche seine Schafe weiden lässt. Durch die Beweidung wird die historische Bewirtschaftungsform wiederbelebt und die Pflege nachhaltig unterstützt. Das Zusammenspiel aus Handarbeit, technischem Einsatz und Schafbeweidung trägt entscheidend dazu bei, diesen seltenen Lebensraum für kommende Generationen zu sichern.
Mit ihrem Engagement zeigen die Jägerinnen und Jäger vom Hegering III Nordhorn einmal mehr, dass Jagd und aktiver Naturschutz eng miteinander verbunden sind – zum Wohl der heimischen Artenvielfalt.