Kommen 50 Kinder zusammen, um in den großen Ferien gemeinsam einen Nachmittag zu verbringen, kann es laut werden. Schließlich steht die Ferien(s)passaktion an, diesmal mit den Jägern.

Foto: privat - Die Jäger begrüßen die Kinder, natürlich mit dem Jagdhorn
Drei Schlepper mit Planwagenanhängern bringen die Kinder ins Revier. Sechs Stationen haben die Jäger vorbereitet, an denen die Kinder Neues zu Wild, Wald und Jagd erkunden können. Sind aber alle im Wald angekommen, ist Ruhe angesagt: „Psst, leise!“ - schließlich soll ja das Wild nicht verscheucht werden!
An der ersten Station geht es um Hunde. Warum jagen Jäger mit einem Hund? Was kann der Hund, was der Jäger nicht kann? Johann Deters erklärt die verschiedenen Hunderassen und ihre unterschiedliche Arbeit. Seine Drahthaarhündin Indra zeigt, wie ein ausgebildeter und geprüfter Jagdhund arbeitet. Die Kinder erleben, warum Jagen ohne (ausgebildeten Jagd-)Hund nicht geht .

Foto: privat - Johann Deters stellt den Kindern die Arbeit von und mit Jagdhunden vor
Als langjährigen Schritt für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt haben die Jäger den Rohbau eines Insektenhotels am Waldrand errichten lassen. Heute will Ludger Sundag mit den Kindern die ersten Fächer befüllen. Natürlich wird es nicht gelingen, alle Fächer vollständig zu füllen. Aber genau darin liegt die Botschaft für die Kinder: Wenn wir heute beginnen, in unserer Kulturlandschaft etwas für die Umwelt zu tun, kann es morgen abgeschlossen werden und übermorgen Früchte tragen. So bekommt jeder Einsatz für den Schutz der Umwelt eine gemeinsame, starke Basis.

Foto: privat - Das Insektenhotel wird eingerichtet
Auf der Nachbarstation wird akribisch gewerkelt: Die Kinder bohren eifrig Löcher in Holzstücke. Klaus Wessels hilft beim Umgang mit dem Akku-Bohrer. Schilfrohrstängel werden in kinderhandlange Stücke geschnitten und ausgehöhlt, Ton-Erde-Gemisch in Tontöpfe gefüllt und mit Löchern als Brutröhren versehen, unterstützt von Oliver Hilderink. So entsteht unterschiedlicher Brutraum, geeignet für die verschiedenen einzeln, solitär, lebenden Insektenarten, für die Insektenhotels gebaut werden.

Foto: pivat - Hier wird vorbereitet, was zum Bestücken des Insektenhotels gebraucht wird
Jetzt geht es zu der Station, auf der Ruhe angesagt ist. Mit Fritz Byknüver gehen die Kinder leise mitten in den Wald und halten nach Wild Ausschau. Bei dem trockenen, laut raschelndem Laub ist das gar nicht so einfach. Aber mit den verständnisvollen Hinweisen werden die Augen geschult, die Kinder entdecken die Tiere und lernen viel über Reh, Fasan, Fuchs, Dachs oder Waldkauz.

Foto: privat - Fritz Byknüver sucht mit den Kindern nach Wild
Gertrud Venhaus hat ihre Station ebenfalls tief im Wald. Dort lässt sie die Kinder hüpfen. Warum? Die Kinder erleben, dass der Waldboden federt, wenn man drüberläuft. Dies macht der Rohhumus aus den verrottenden Blättern auf dem Waldboden. Etliche heimische Pflanzen und Blätter hat sie auch noch gesammelt, die sie den Kindern erklärt. Damit ergänzen sich Tier- und Pflanzenwelt.

Foto: privat - Gertrud Venhaus erklärt die Pflanzenwelt im Wald
Besonders spannend für die Kinder ist die Wärmebilddrohne. Hier geht es um das Jungwildretten. Mit ihren Rotoren surrt die Drohne wie ein Minihubschrauber, steigt auf in die Lüfte und zeigt von oben die unten auf der Erde liegenden Wärmequellen, wie Kitze, Hasen oder Fasanen. Ole Hilderink und Erik Venhaus zeigen, wie Jungwild vor der Mahd als Wärmequelle von der Drohne erfasst und gerettet werden kann. Die Kinder sind fasziniert.

Foto: privat - Faszination Wärmebilddrohne
Damit schließt sich das Programm in Feld und Wald und es mit den Planwagen zurück zum Hof der Gaststätte Venhaus. Hier stärken sich Kinder, Betreuer und Organisatoren bei Hotdogs, Würstchen und Getränken nach dem aufregenden Nachmittag. Schließlich wartet auf die Kinder noch eine Überraschung: Jedes bekam ein persönliches „Jägerdiplom“ und eine Tüte mit Überraschungen, um diesen erlebnisreichen Nachmittag noch möglichst lange lebendig in Erinnerung zu halten – vielleicht bis zum nächsten Jahr! Besonderer Dank gilt der Stadt Schüttorf, den Organisatoren und zahlreichen Helfern, die diesen Nachmittag für die Kinder mit viel Liebe und Engagement gestalteten.










